Aktuelle Berichterstattung über den Medizinischen Dienst zeichnet verzerrtes Bild
In der Sendereihe „Die Tricks…“ hat sich ein Team des NDR mit der so genannten „Pflegeindustrie“ beschäftigt. (hier in der ARD-Mediathek). Dabei kam es zu Falschbehauptungen, Fehldarstellungen und zu einer Irreführung der Zuschauerinnen und Zuschauer. Der Vorstand des MD Niedersachsen geht gegen die dort aufgestellten Behauptungen unter anderem juristisch vor.
Ausgangspunkt des Beitrags ist ein Pflegeeinzelfallgutachten, das durch ein Widerspruchsgutachten korrigiert wurde. Obwohl dem NDR vom MD Niedersachsen die korrekten Zahlen für Niedersachsen und der Ablauf einer Begutachtung erläutert wurden, wird der Eindruck erweckt, es sei üblich, dass der Medizinische Dienst im Auftrag der Pflegekassen systematisch zu schlecht begutachtet. Dabei verschweigt der NDR, dass es der jeweilige Medizinische Dienst selbst ist, der sich in einem Widerspruchsverfahren korrigiert.
„Unsere Gutachterinnen und Gutachter nehmen ihre Aufgabe sehr ernst und sorgen dafür, dass die Leistungen der Pflegeversicherung überhaupt möglich sind“, so Dr. Jan Liebeneiner, Leitender Arzt und Vorstand des MD Niedersachsen.
Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler und die werden in einem transparenten Verfahren korrigiert. Dass hier so getan wird, als hätten Kolleginnen und Kollegen eine Benachteiligung der Versicherten im Sinn, ist ungeheuerlich.
Dr. Jan Liebeneiner
In dem NDR-Beitrag wird weiterhin einem Startup-Unternehmen aus Hannover („Pflegewächter“) eine Bühne geboten. Ein Vertreter des Unternehmens behauptet sogar, es sei „die Regel“, dass Pflegegrade falsch eingestuft werden und die Begutachtungsrichtlinie falsch und unvollständig angewandt werden. Carsten Cohrs, Vorstandsvorsitzender des MD Niedersachsen hat kein Verständnis, dass ein solcher Beitrag überhaupt ausgestrahlt wird:
Dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter Generalverdacht einer Abhängigkeit von Kassen gestellt oder auch nur in die Nähe bewusster Falschgutachten gerückt werden, dagegen werden wir uns jederzeit entschieden zur Wehr setzen.
Carsten Cohrs
Der Vorstand des MD Niedersachsen hat daher rechtliche Schritte gegen das Unternehmen eingeleitet, um eine Wiederholung solcher aus Sicht des MD Niedersachsen rufschädigender Aussagen für die Zukunft zu verhindern. Die grob falsche Behauptung des NDR, der Verwaltungsrat des MD Niedersachsen sei durch hauptamtliche Vertreterinnen und Vertreter besetzt, ist nur ein weiteres Beispiel einer Kette unsachlicher und unzutreffender Darstellungen der wichtigen Arbeit des Medizinischen Dienstes.
„Um das Ansehen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und des gesamten MD Niedersachsen zu schützen, haben wir uns im Rahmen einer Beschwerde auch an die zuständigen Gremien des NDR gewandt. Für uns ist wichtig, dass die Versicherten darauf vertrauen können, objektiv und sachlich begutachtet zu werden – eine Sorgen und Verunsicherung unter den GKV-Versicherten schürende Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks können und werden wir nicht hinnehmen“, so die Vorstände.
Ebenfalls zu ein einer verzerrten Darstellung der Zahlen der Pflegeeinzelfallbegutachtungen ist es im Rahmen eines Beitrags des SWR („Report Mainz“ hier in der ARD-Mediathek) gekommen. Die Tatsache, dass der MD Niedersachsen nach dem Cyberangriff auf telefonische Begutachtungen zurückgegriffen hat, um eine schnelle Versorgung der Versicherten zu gewährleisten, wird hier fälschlicherweise ins Gegenteil verkehrt. Die Darstellung, dass die Quote der Widersprüche und Korrekturen überdurchschnittlich hoch sei, stellen die Medizinischen Dienste gemeinsam richtig: In einer Pressemitteilung auch auf unserer Webseite werden die tatsächlichen Hintergründe und Zahlen eingeordnet.
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