INQA: Teilprojekt entwickelt Konzept zur Mitarbeiterberatung – externer Service soll noch 2021 starten
Die INQA-Befragung hat ergeben, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmenden psychischen Belastungen, Stress oder Ärger an ihrem Arbeitsplatz erleben. Für die INQA-Projektgruppe war dies der Ausgangspunkt, den wahrgenommenen Belastungen tiefer auf den Grund zu gehen und Handlungsoptionen zu entwickeln, wie diesen begegnet werden kann.
Dazu wurde die Teilprojektgruppe „Beratungsangebote zur psychischen Entlastung der Mitarbeitenden“ gegründet. Neben den Kolleginnen Laura Lehmann und Paulina Kusch aus dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement des MD Niedersachen konnte mit Birgit Rocholl eine fachärztliche Kollegin aus dem Bereich Psychiatrie für das Teilprojektteam gewonnen werden, die ihr fachspezifisches Wissen lösungsorientiert einbringen konnte. Eine umfangreiche Bestandsaufnahme und Recherche ergab, dass ein externer Anbieter Vorteile wie ein 24/7 Angebot und einen Pool von qualifizierten Beratern zur Verfügung stellen kann. Eine interne Lösung hätte dies nicht bieten können. Die Entscheidung für einen externen Anbieter wurde ebenfalls durch die Sorge einer Rückverfolgung bei einer internen Umsetzung bestärkt.
Ergebnis der Analyse: Im Medizinischen Dienst Niedersachsen besteht ein deutlicher Bedarf für ein Beratungsangebot, um dauerhaften psychischen Belastungen begegnen zu können. Eine Möglichkeit, die sich auch in anderen Unternehmen bewährt hat: Eine auf die Bedarfe im MD Niedersachsen zugeschnittene „externe Mitarbeitendenberatung“.
Was ist eine externe Mitarbeiterberatung?
Die externe Mitarbeitendenberatung (auch bekannt als „Employee Assistance Program“, EAP) ist eine präventive Kurzzeitberatung, welche das Konzept der „Hilfe zur Selbsthilfe“ verfolgt. Die Beratung soll verhindern, dass Stress, Konflikte oder Alltagssorgen aus Arbeits- und Privatleben zu massiv werden und zu Überlastungen führen. Wenn Kolleginnen und Kollegen Fragen oder Sorgen zu ihrer gesundheitlichen, beruflichen oder persönlichen Situation haben, können sie sich an die externe Beratung wenden. In einem anonymen, vertraulichen Gespräch unterstützt die beratende Person dann in der Fragestellung. Das besondere hieran ist, dass auch kurzfristig Beratungstermine möglich sind und die Inanspruchnahme kostenlos für Mitarbeitende ist.
Hiervon abzugrenzen ist die Psychotherapie, die dadurch nicht ersetzt werden kann. Sollten Schwierigkeiten sich als noch gravierender und behandlungsbedürftig herausstellen, kann ein EAP auch dabei helfen, dies zu erkennen und die notwendigen ersten Schritte einzuleiten.
Wie geht es im MD Niedersachsen weiter?
Vorstand und Personalrat des Medizinischen Dienstes Niedersachsen befürworten ausdrücklich die Einführung einer externen Mitarbeitendenberatung. Das INQA-Teilprojekt wurde dazu in den Stabsbereich Betriebliches Gesundheitsmanagement zur weiteren Umsetzung übertragen.
Dort wird aktuell eine Ausschreibung durchgeführt, um einen geeigneten Partner für die fachlich anspruchsvolle Beratungsleistung zu finden. Im Rahmen einer zunächst einjährigen Testphase sollen Erfahrungen mit dem Programm gesammelt werden. Nach aktuellem Stand der Planung soll das Programm zum Jahresende 2021 im Medizinischen Dienst Niedersachsen starten. Weitere Details zu den Rahmenbedingungen und Möglichkeiten, die Mitarbeitendenberatung in Anspruch zu nehmen, stellt der Bereich BGM schnellstmöglich auch hier im Intranet vor. Bei Fragen wenden Sie sich in der Zwischenzeit gerne an: